Bereits
vor ca. 5000 – 7000 Jahren war das Gebiet um Frontenhausen
schon besiedelt. Dies wurde durch archäologische Funde in jüngerer
Vergangenheit belegt.
Unsere
Reise in die Vergangenheit möchten wir jedoch im Frühmittelalter im 8.
Jahrhundert beginnen, als bereits eine Ansiedlung um ein größeres Gut
bestand.
Der Name unseres Ortes soll sich hierbei
vom Namen des Gutsherren welcher wohl Franto hieß, ableiten.
Ebenso wird dem Frühmittelalter eine Wallanlage, welche sich auf einem Hügel
nahe der Ortschaft befindet, zugeschrieben. Diese wurde mit dem Aufkommen
der heimatkundlichen Forschung, in der Zeit der Romantik im 19. und 20.
Jahrhundert in Erinnerung und Verklärung der Römerherrschaft, in unserer
Heimat als Römerschanze bezeichnet und steht auch heute noch in den
Kartenblättern als solche vermerkt. Vermutlich war sie aber eine
Fliehburg zur Zeit der Ungarneinfälle, aber um diese These zu erhärten,
müsste man archäologische Untersuchungen und wissenschaftliche
Datierungen durchführen. Das besondere an Frontenhausen war aber, daß es sich hier um eine herausgehobene,
herrschaftsrechtliche Zentralsiedlung handelte.
Die Herrschaftsordnung, welche in einem oder vielleicht sogar
in mehreren Weistümern (Rechtssammlungen) aufgeschrieben war,
wurde jedes Jahr am Jakobustag verlesen.
Wir
können vermuten, daß die ersten Marktrechte
in Frontenhausen auf die Grafen
von Frontenhausen zurückgehen und an sie verliehen worden waren.
Diese Grafen von Frontenhausen
waren nämlich die für diesen Ort bekannten ersten Grund-und Leibherren,
die auch das Gerichtsrecht ausübten.
Die
Haupt-oder Stammburg erbauten sie, wohl als Wasserburg, an der heute noch
ziemlich tief gelegenen Stelle des alten Pfarrhofs, unmittelbar am rechten
Vilsufer. Genutzt wurde die nahe Vils als Wasserreservoire.
Weitere Burgen errichteten sie in Haag,
Gindlkofen, Teisbach und
auf dem Burgberg über Witzeldorf.
In Loitersdorf, Winzersdorf
und Geisbruck waren befestigte Höfe von Dienstmannen des Grafen
Heinrich von Frontenhausen.
Bereits Heinrich der II. von
Frontenhausen besaß nach der Heirat mit Adelheit
von Plain eine beachtliche Grafschaft, Teilbesitztümer erstreckten
sich bis in den Pinzgau.
Ebenso erwähnenswert ist Adelheit von Frontenhausen (1075 –1144) die Stifterin des Klosters
Baumburg, welche eine Tochter des Grafen
Kuno von Megling - Frontenhausen und Mathilde
von Achalm war.
Mit dem Aussterben des Grafenhauses durch den Tod des letzten Grafen
Konrad von Frontenhausen ( Bischof von Regensburg und Kanzler des Königs
Phillip von Schwaben ) am 08.04.1226
war die Grafschaft an das Hochstift
Regensburg, an die Grafen von
Leonsberg und an die Herzöge
von Bayern übergegangen.
Nach mehreren Katastrophen ( Erdbeben, Pest und Heuschreckenplage )
die Frontenhausen ertragen mußte, wurden dem Ort nach dem Verkauf vom Hochstift
Regensburg an die Herzöge von
Bayern im Jahre 1386
die Marktrechte von Herzog
Friedrich bestätigt.
Herzog
Heinrich der Reiche von Bayern – Landshut,
beauftragte die Bürger von Frontenhausen im Jahre 1418
mit dem Bau einer Ringmauer, welche 1423
fertiggestellt wurde.
Ein
weiteres Adelsgeschlecht, welches sich in Frontenhausen ansiedelte war das
Geschlecht der Eckher.
Diese
gehen wohl auf einen Thiemo Eckher
von Eckh zurück.
Dieser Thiemo von Eckh stammte
wohl aus dem heutigen Schloss Egg
bei Deggendorf. Seine
Nachkommen schieden sich in viele Linien, namentlich, die zu Lichtenegg,
Thurn, Oberpöring, Eibach, Kapfing
etc.
In diesem Bericht wollen wir auf die für uns bedeutsamen Linien der Eckher
zum Thurn und zu Lichtenegg eingehen.
Im
14. Jahrhundert übernahmen die Eckher
die Vorburg auf dem Thurn (wahrscheinlich durch Erbschaft) von dem
Adelsgeschlecht derer von Thurn, welcher bereits 1253 urkundlich belegt ist. Es handelt sich hierbei um einen eigenen
Hofmarksbezirk, welcher aus einem befestigten Turm und einigen Gebäuden
bestand. Dieses Gebiet, welches sich in der heutigen Eggergasse im Bereich
des Bürgerheims befand, hatte selbst die niedrige Gerichtsbarkeit und
diente gleichzeitig als Brückenzollstelle.
Der
Herrschaftsbereich der Eckher
erstreckte sich aber nur zu einem geringen Teil auf den Markt.
Das Gemeindegebiet der ehemaligen Gemeinde Rampoldstetten
war wohl das Stammgebiet dieses Geschlechts, wobei in Lichtenegg
die Burganlage etwas nördlich unterhalb des heutigen Hofes
angesiedelt war.
Die Standorte der Eckherschen Burgen lagen
an den wichtigsten Verbindungswegen von Süden nach Norden, welche
bereits seit der Römerzeit bestanden. Die Aufgabe der Adeligen war es,
die Verbindungswege zu sichern, wobei lukrative Zölle kassiert wurden.
Ulrich
Eckher von Kapfing verkaufte den Thurn samt der Hofmark Piegendorf
an den Prälaten von Aldersbach.
1589
endet somit der Besitzstand der Herren
von Eckher in und um Frontenhausen.
Eine große und wichtige Rolle spielte dieses Geschlecht im Bistum
Freising, wo sie einen bedeutenden Bischof stellten.